ICC Trial Competition
Der Wettbewerb
Der Wettbewerb ICC Trial Competition ist der offizielle, englischsprachige Moot Court Wettbewerb des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC/IStGH).
Im Jahre 2007 - unter Beteiligung der Universität Freiburg als Gründungsteilnehmer - ins Leben gerufen, nehmen mittlerweile über 35 Universitäten weltweit daran teil. Veranstaltungsort der Hauptrunde ist für alle Teilnehmer Den Haag; das Finale findet regelmäßig in einem Courtroom des ICC/IStGH statt.
Ab November eines jeden Jahres bearbeiten die studentischen Teilnehmer einen fiktiven Fall im Völkerstrafrecht, zu dem sie Schriftsätze (Memorials) erstellen und in einer simulierten Gerichtsverhandlung Ende April in Den Haag mit mündlichen Vorträgen (Oral Rounds) gegeneinander antreten. Sie nehmen hierbei die Rollen der Anklage, der Verteidigung und der Opfer- bzw. der Staatenvertreter vor dem ICC/IStGH ein. Die Verhandlungssprache ist Englisch.
Der Internationale Strafgerichtshof (ICC/IStGH)
Der ICC/IStGH ist das erste ständige internationale Strafgericht zur Verfolgung von Individuen (nicht Staaten!), denen anerkannte Völkerstraftaten vorgeworfen werden. Die Tatbestände sind Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und (in Zukunft auch) Verbrechen der Aggression. Grundlage der Arbeit des Gerichtshofes ist das am 01.07.2002 in Kraft getretene Rom-Statut/IStGH-Statut. Dieses legt sowohl das anzuwendende materielle Völkerstrafrecht (die Straftatbestände, Rechtfertigungsgründe etc.) fest, als auch das Prozessrecht (Zuständigkeit des ICC, Gerichtsaufbau, Verfahren, Vollstreckung etc.). Mittlerweile haben 122 Staaten das Statut ratifiziert (Stand: 13. Mai 2013). Dennoch wird der Gerichtshof von wichtigen Staaten der Weltgemeinschaft wie den USA, Russland, China und Indien nach wie vor nicht anerkannt und als Bedrohung der eigenen Souveränität betrachtet. Eine Beschäftigung mit diesem Spannungsfeld dürfte besonders weltpolitisch interessierte Studierende herausfordern.
| Der Gerichtshof steht in der Tradtion der bisherigen Völkerstrafgerichte - den Militärtribunalen von Nürnberg und Tokio sowie den Ad-hoc-Tribunalen für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) bzw. Ruanda (ICTR). Anders als diese beruht seine Legitimität jedoch vollständig auf dem Rom-Statut als unabängigem völkerrechtlichen Vertrag - und somit auf der konsequenten Anwendung des kontinentaleuropäischen Grundsatzes "nullum crimen sine lege scripta". Dennoch greift der Gerichtshof zur Interpretation des Status vielfach auf frühere Präzedenzfälle der anderen Völkerstrafgerichte zurück. An diesem Vorgehen wird bereits erkennbar, dass das heutige Völkerstrafrecht sowohl durch Einflüsse des anglo-amerikanischen Common Law als auch solche des kontinentaleuropäischen Civil Law geprägt ist. Genau dies macht eine Beschäftigung mit Verfahren vor dem ICC für jeden rechtsvergleichend interessierten Studenten so spannend. |
Die Ziele des Wettbewerbs
- den weltweit besten Studierenden der Rechtswissenschaften zu ermöglichen, ihr Wissen über internationales Strafrecht - insbesondere über den ICC und seine Verfahren - zu verbessern und praktisch anzuwenden,
- diesen Studenten die Gelegenheit zu geben, sich mit den weltbekannten Institutionen in Den Haag - dem ICC, dem Internationalen Straftgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY), dem Internationalen Gerichtshof (ICJ) u. a. - vertraut zu machen, und
- das Wissen über das Rom-Statut/IStGH-Statut insbesondere in Nicht-Vertragsstaaten dadurch zu fördern, dass die zukünftigen Köpfe der Rechtswissenschaften aus allen Ländern Gelegeheit bekommen, mehr über den ICC erfahren
(Quelle: Website des ICC Trial Competition)

