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WuV Zivilrecht

Im schriftlichen Teil des staatlichen Examens ist das Zivilrecht mit drei Klausuren am stärksten gewichtet. Das zivilrechtliche Programm im Rahmen der universitären Examensvorbereitung wird der hohen Prüfungsrelevanz, dem breit gefächerten Anforderungsprofil und der besonderen berufspraktischen Bedeutung des Zivilrechts durch ein umfassendes Angebot an Vorbereitungskursen und -veranstaltungen gerecht.

Das zivilrechtliche Angebot ist dabei konzeptionell keineswegs auf die Methodik der Fallbearbeitung und die Präsentation examensrelevanter höchstrichterlicher Rechtsprechung beschränkt. Vielmehr richtet sich ihr Augenmerk auch auf die Schärfung und Vertiefung des Verständnisses des gesamten zivilistischen Systems, zumal das Spannungsverhältnis von System und Einzelfall auch Grundmotiv der zivilrechtlichen Examensvorbereitung ist. Die Veranstaltungen präsentieren die Stoffgebiete in systematischer Darstellung unter Besprechung zahlreicher Fallbeispiele und vertiefender Besprechungsfälle auf Examensniveau.

 

Semesterübersicht und Umfang der Veranstaltungen in Semesterwochenstunden:

1. Wintersemester

  • BGB AT und Schuldrecht AT (4 SWS)
  • Zivilprozessrecht (2 SWS)
  • Handels- und Gesellschaftsrecht (1 SWS)
  • Fallrepetitorium Zivilrecht (2 SWS)

2. Sommersemester

  • Schuldrecht BT (3 SWS)
  • Sachenrecht (2 SWS)
  • Familien- und Erbrecht (2 SWS)
  • Arbeitsrecht (2 SWS)
  • Fallrepetitorium Zivilrecht (2 SWS)
  • Höchstrichterliche Rechtssprechung in der Fallbearbeitung (2 SWS)

 

 

BGB AT und Schuldrecht AT 

Die Veranstaltung behandelt in vier Semesterwochenstunden die examensrelevanten Kernmaterien des Allgemeinen Teils des Bürgerlichen Gesetzbuches und des Allgemeinen Schuldrechts. Themenschwerpunkte sind unter anderem die Rechtsgeschäftslehre und die Lehre der Willenserklärungen, der Vertragsschluss, Willensmängel, gesetzliche Verbote und Sittenwidrigkeit, die Stellvertretung, das Insichgeschäft, Verfügungen Nichtberechtigter, die Bedingung und die Befristung, die Verjährung, sowie das Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Aus dem Allgemeinen Schuldrecht werden unter anderem das Recht der Leistungsstörungen, der Vertrag zugunsten Dritter, Rücktritt, der Widerruf und das Rückgaberecht bei Verbraucherverträgen, die Erfüllung und ihre Surrogate, die Abtretung und Schuldübernahme, sowie das Themenfeld Mehrheiten von Gläubigern und Schuldnern wiederholt und vertieft.

Schuldrecht BT

Von besonders hoher Prüfungsrelevanz ist der Besondere Teil des Schuldrechts mit seinen systematischen Bezügen zum übrigen Vermögensrecht, sodass dieser Gegenstand des WuV-Kurses Zivilrecht III ist. Schwerpunkte liegen auf dem  Kauf- und Werkrecht, aber auch das quasi- und außervertragliche Schuldrecht in Gestalt der Geschäftsführung ohne Auftrag, unerlaubter Handlung und des Bereicherungsrechts erfahren examensspezifische Wiederholung und Vertiefung. Der erweiterte Umfang von 3 SWS entspricht Bedeutung und Umfang des Prüfungsstoffs in der staatlichen Prüfung des Ersten Examens.

Sachenrecht

Dem Sachenrecht wird eine Schlüsselrolle zugeschrieben, da es für das Verständnis des Zivilrechts maßgeblich ist. Die Veranstaltung dient der vertiefenden Wiederholung examensrelevanter Problembereiche des Sachenrechts und verkehrstypischer Sicherungsgeschäfte. Themenschwerpunkte sind der Erwerb von beweglichen Sachen und Immobilien, der Erwerb vom Nichtberechtigten, das Eigentümer-Besitzer-Verhältnis sowie die Kreditsicherheiten Bürgschaft und Schuldbeitritt, die Sicherungsabtretung und -übereignung, die Hypothek und die Grundschuld.

Zivilprozessrecht

Entsprechend der hervorragenden dogmatischen und praktischen Bedeutung des Zivilprozessrechts, die im Kanon des Pflichtfachstoffs teilweise ihren Niederschlag findet, nimmt der zivilprozessuale WuV-Kurs (zwei Semesterwochenstunden) im Rahmen der zivilistischen Examensvorbereitung einen prominenten Rang ein. Die Veranstaltung trägt dem Umstand Rechnung, dass das Zivilprozessrecht als examensrelevanter Stoff noch einmal der Wiederholung und Vertiefung in einem zweiten Durchgang bedarf. Abgedeckt werden alle wichtigen Gebiete des Prozessrechts; insbesondere die Zuständigkeit, Klagearten, die gerichtliche Prozessleitung, das Bestreiten, das Geständnis, die mündliche Verhandlung, das Beweisverfahren, Urteilsarten, die Rechtskraftentfaltung, das Säumnis, Rechtsmittel, die Drittbeteiligung und der einstweilige Rechtsschutz.

Handels- und Gesellschaftsrecht

Die Kernmaterien des Handels- und Personengesellschaftsrechts, wie sie die JAPrO zum Prüfungsstoff erhebt, sind Gegenstand des Handels- und Gesellschaftsrechts. Im Vordergrund stehen im Handelsrecht Kaufleute, die Publizität des Handelsregisters, die Prokura und die Handlungsvollmacht, allgemeine Vorschriften über Handelsgeschäfte und der Handelskauf. Im Gesellschaftsrecht werden Rechte der OHG und der KG, Errichtungen, die Vertretung und die  Geschäftsführung der GmbH behandelt. Die Erfahrung bestätigt die substanzielle Prüfungsrelevanz dieses Sektors, der anhand einschlägiger Fälle auf Examensniveau aufgearbeitet wird.

Familien- und Erbrecht

Das Familien- und Erbrecht werden entsprechend ihrer Bedeutung für die Erste Juristische Prüfung in das Kursangebot mit einbezogen. Die Gebiete des Familien- und Erbrechts werden nach systematischen Gesichtspunkten (Prüfungsaufbau, „Anspruchsgruppen“, typische Problemkonstellationen etc.) anhand einschlägiger Fälle wiederholt und vertieft.

Arbeitsrecht

Eine besonders wichtige Spezialmaterie ist das Arbeitsrecht. Dieser WuV-Kurs behandelt den gesamten arbeitsrechtlichen Examensstoff in konzentrierter Form: Den Arbeitnehmerbegriff, den Ersatz von Vorstellungskosten, die Frage nach der Schwangerschaft, das AGG, das fehlerhafte Arbeitsverhältnis, §§ 615, 616 BGB, die Betriebliche Übung, das Weisungsrecht, die ordentliche verhaltens- bzw. personenbedingte Kündigung, die Zulässigkeit der Kündigungsschutzklage, die außerordentliche Kündigung, die Verdachtskündigung, die Befristung und der Betriebsübergang.

Fallrepetitorium Zivilrecht

Die zivilrechtliche Zusatzveranstaltung ergänzt die universitäre Examensvorbereitung um ein Falltraining anhand von Originalklausuren aus der baden-württembergischen Staatsprüfung. Das Fallrepetitorium vermittelt am konkreten Beispiel einen realen Eindruck von den Anforderungen an die Bearbeitung von Examensklausuren und hilft, die Fähigkeit auszubauen, erlerntes systematisches und kasuistisches Wissen bei der Fallbearbeitung umzusetzen. Zu den Originalklausuren werden ausführliche Lösungsskizzen bereitgestellt. Der inhaltliche Fokus liegt im Wintersemester auf dem allgemeinen Teil des Bürgerlichen Rechts und dem Schuldrecht, im Sommersemester auf Sachen- und Erbrecht.

Höchstrichterliche Rechtsprechung in der Fallbearbeitung

Der Examenskurs zur höchstrichterlichen Judikatur, der von besonders qualifizierten MitarbeiterInnen der Fakultät angeboten wird, ist eine innovative Komplettierung des Vorbereitungsangebotes im Wintersemester. Die Veranstaltung kombiniert die Besprechung von Examensfällen mit der Analyse und Aufarbeitung aktueller BGH-Entscheidungen in besonders examensrelevanten Bereichen.