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Das Konzept

 

Der Inhalt: Ziel und Methode


 

Der Intensivkurs soll den Examenskandidaten der juristischen Fakultät die Möglichkeit bieten, das erfahrungsgemäß besonders examensrelevante Schuldrecht im Rahmen einerBlockveranstaltung konzentriert zu wiederholen und zu vertiefen. Dabei bedient sich der Intensivkurs nicht einer abstrakt-systematischen Methode, wie es Lehr- und Lernbücher sowie die meisten universitären Veranstaltungen sinnvoller Weise tun. Vielmehr ergänzt er dieses Angebot um eine fallorientierte Herangehensweise auf der Grundlage der höchstrichterlichen deutschen und europäischen Rechtsprechung. Diese trägt dem Umstand Rechnung, dass die wissenschaftliche Diskussion auf dem Gebiet des Schuldrechts, das im Jahre 2002 durch die große Schuldrechtsreform grundlegend neu gestaltet wurde, besonders maßgeblich durch aktuelle Rechtsprechungsentwicklungen geprägt und inspiriert wird – ein Befund, der häufig auf die Klausurinhalte im Ersten juristischen Staatsexamen ausstrahlt.

Ziel ist es dabei nicht, abstrakte Probleme zu repetieren, sondern durch die Fallbesprechung und Rechtsprechungsanalyse auf der Grundlage des anderweitig erlernten Wissens das Verständnis für die Regelungssystematik, aber auch für die Systembrüche des Schuldrechts zu schaffen.


Um dieses Ziel zu erreichen, wollen wir mit euch im Rahmen des Kurses zwei bis drei „große“ Examensfälle gemeinsam lösen und darüber hinaus einen Streifzug durch die didaktisch wertvolle und examensrelevante Rechtsprechung wagen. Dabei sollen die Falllösungen gemeinsam im Dialog entwickelt und Räume für Diskussionen gewährt werden.

 

Der Zeitrahmen


 

Der Intensivkurs ist als Blockveranstaltung konzipiert. Dies hat zunächst didaktische Gründe: Wir sind davon überzeugt, dass die inhaltliche Intensität einer Blockveranstaltung in besonderer Art und Weise dazu geeignet ist, einen systematischen Überblick zu schaffen, was bei einer „Zerpflückung“ der Kurseinheiten nicht in dieser Weise der Fall wäre. Zudem soll die zeitliche Einheit der Veranstaltung auch einen Diskussionsraum schaffen, der nur durch das gemeinsame Kennenlernen und gegenseitiges Vertrauen entstehen kann. Einzelvorlesungen sind hierfür nicht gleichermaßen geeignet. 

Über die didaktischen Gründe hinaus ist die Verblockung der Veranstaltung Folge pragmatischer Notwendigkeiten: Da wir, die Dozenten, allesamt beruflichen und wissenschaftlichen Aufgaben verbunden sind, ist es uns nicht möglich, regelmäßige Termine für etwaige Einzelveranstaltungen zu finden, ohne unsere anderen Pflichten zu vernachlässigen.

Wir arbeiten daran, den Intensivkurs in regelmäßigen Abständen abzuhalten; geplant ist – nachdem er 2008 und 2009 jeweils jährlich stattfand – zwei Termine im Jahr anzubieten. Ob dies gewährleistet werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab, die wir nur teilweise beeinflussen können. Insbesondere stellt sich regelmäßig die Frage der Verfügbarkeit geeigneter Räume, aber auch der Vereinbarkeit mit unserem anderweitigen Pflichtenprogramm gegenüber unseren Arbeitgebern und wissenschaftlichen Vorhaben. Falls wir daher unser Ziel, den Kurs halbjährlich anzubieten, einmal nicht erreichen können, bitten wir um euer Verständnis.

 

Der Veranstaltungsort


 

DerIntensivkurs findet auf dem Fachschaftshaus der Universität, auf dem Freiburger Hausberg, dem Schauinsland statt. Das Fachschaftshaus bietet ausreichende, zweckmäßige Übernachtungsmöglichkeiten, sowie einen angemessenen Arbeitsraum, der die drei Dozenten sowie bis zu 40 Studentinnen und Studenten fasst.

Die Abgeschiedenheit des Fachschaftshauses und seine Lage inmitten des Schwarzwaldes schaffen eine besondere, entspannte Arbeitsatmosphäre – fern der Universität und des Seminars, die in den Zeiten der Examensvorbereitung für die meisten der Kandidaten als Orte von Stress, Zeitdruck und Konkurrenz wahrgenommen werden. Wir haben die Erfahrung gemacht – die von zahlreichen Teilnehmern bestätigt und geteilt wird – dass diese Abgeschiedenheitwesentlich zum didaktischen Erfolg des Kurses beiträgt. Das gemeinsame Verbringen der freien Zeit und die gemeinsamen Mahlzeiten bieten Raum für Gespräche jenseits des juristischen Prüfungsstoffes und den Erfahrungsaustausch. Darüber hinaus bietet dieses Wochenende eine willkommene Abwechslung zur Seminar- oder UB-Routine. Ein Umfeld, das diese Qualitäten bieten kann, ist in universitären Räumen im Stadtgebiet nicht in vergleichbarer Weise gegeben.

 

 

Die Geschichte


 

Der Intensivkurs entstand im Frühjahr 2008 aus der Idee von Dr. Felix Hornfischer, Dr. Christian Picker und PD Dr. Ulrich Schroeter, eine neue Lehrveranstaltung für Examenskandidaten der Rechtswissenschaftlichen Fakultät zu entwickeln, die sich – in Ergänzung zu den etablierten und erfolgreichen Angeboten der Fakultät auf diesem Gebiet – zur Aufgabe setzt, „verblockt“ (und deshalb besonders „intensiv“) die jüngsten Entwicklungen auf dem Gebiet des Schuldrechts zu vermitteln. Aufgrund ihrer mehrjährigen Lehrerfahrung, die sie in Arbeitsgemeinschaften, Übungen und in der Besprechung von Examensklausuren gesammelt haben, fassten sie den Plan, zu diesem Zweck ein Lehrwochenende auf dem Fachschaftshaus auf dem Schauinsland abzuhalten. Dieser erste Intensivkurs fand im Sommer 2008 statt und stieß auf großes Interesse bei den Examenskandidaten. Am 23. Juli 2010 wurden Dr. Felix Hornfischer, Dr. Christian Picker und PD Dr. Ulrich Schroeter für den Intensivkurs Zivilrecht mit dem Fakultäts-Lehrpreis der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ausgezeichnet. Seit dem Wintersemester 2010/2011 wird der Intensivkurs von Dominic Divivier, Johannes Meskouris, Christian Schmollinger und Timo Schwarzwälder weitergeführt. Zum Sommersemester 2011 stieß Christine Fauser zum Dozententeam; zum Wintersemester 2011/2012 rücken Jörg Domisch und Marietta Pietrek für Christian Schmollinger und Timo Schwarzwälder nach.

 


Unterstützt wurden und werden wir dabei dankenswerter Weise von der Fachschaft Jura, die für die Examenskandidaten, die an unserem Intensivkurs teilnehmen, eine Förderung durch die Fakultät aus Studiengebühren beantragt und zudem die finanzielle Abwicklung der Veranstaltung übernimmt. Ebenso sind wir der Fakultätsassistentin Monika Blasy für ihre unbürokratische Unterstützung zu Dank verpflichtet.


Zum besseren Verständnis  möchten wir abschließend darauf hinweisen, dass wir den Intensivkurs Zivilrecht bislang nichtim formellen Sinne als universitäre Veranstaltung abhalten, sondern allein aus Eigeninitiative tätig werden. Der Intensivkurs gehört nicht zu unserem Pflichtenkreis als Mitarbeiter der Universität und wird uns auch nicht auf unsere bestehenden Lehrverpflichtungen angerechnet. Daher ist der Intensivkurs in seiner gegenwärtigen Gestalt von unseren persönlichen Kapazitäten abhängig, steht und fällt also mit dem Umfang, in dem wir unsere Freizeit jenseits beruflicher und wissenschaftlicher Vorhaben in diese Veranstaltung investieren können und wollen.