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Prof. Dr. Silja Vöneky

Institut für Öffentliches Recht, Abteilung 2 (Völkerrecht, Rechtsvergleichung und Rechtsethik)

Forschungsschwerpunkte

Völkerrecht 

  • Menschenrechte
  • Innovations-und Wissenschaftsrecht (insbes. Biotechnologierecht, Recht der Künstlichen Intelligenz)
  • See- und Umweltvölkerrecht 
  • Humanitäres Völkerrecht und Sicherheitsrecht 
  • Ethisierung des Rechts

 

Europarecht 

  • Assoziierung mit Drittstaaten 
  • Innovations- und Wissenschaftsrecht (insbes. Biotechnologierecht, Recht der Künstlichen Intelligenz)

 

Verfassungsrecht

  • Innovations- und Wissenschaftsrecht
  • Demokratische Legitimation

 

Rechtsethik

  • Ethisierung des Rechts 
  • Pragmatismus und Recht
  • Bioethik, KI-Ethik und Risikogovernance

 

Lebenslauf

Prof. Dr. Silja Vöneky ist (Co-)Direktorin des Instituts für Öffentliches Recht, Professorin für Völkerrecht, Rechtsethik und Rechtsvergleichung und assoziiertes Mitglied des Instituts für Staatswissenschaft und Rechtsphilosophie an der Universität Freiburg. Seit Oktober 2019 ist sie Prodekanin der Freiburger Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im internationalen Recht und der Rechtsethik, insbesondere im Bereich der Menschenrechte, des Innovations- und Wissenschaftsrechts, des Umwelt- und Seevölkerrechts, des Humanitären Völkerrechts und Sicherheitsrechts und der Ethisierung des Rechts. Sie leitet zudem verschiedene Drittmittelprojekte: Seit Wintersemester 2018 ist sie Fellow der interdisziplinären Forschungsgruppe Verantwortliche Künstliche Intelligenz am FRIAS. Seit Januar 2019 ist sie Mitglied des Freiburger CIBSS Exzellenzclusters für rechtliche und rechtsethische Fragen der Biotechnologie.

Silja Vöneky studierte Rechtswissenschaft und Rechtsphilosophie an den Universitäten Freiburg, Bonn, Edinburgh (UK) und Heidelberg. Nach ihrer Promotion über den Schutz der Umwelt in bewaffneten Konflikten an der Universität Heidelberg und ihrer Referendarzeit am Kammergericht Berlin begann sie ihre akademische Laufbahn am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg als Referentin unter der Leitung von Prof. Dr. Rüdiger Wolfrum. 2005 wurde sie von der Max-Planck-Gesellschaft zur Direktorin der unabhängigen Forschungsgruppe „Legitimation ethischer Entscheidungen im Recht“ berufen, die rechtliche und rechtsethische Fragen der Biotechnologie erforscht hat.

Seit ihrer Habilitation an der Universität Heidelberg mit einer Schrift über „Recht, Moral und Ethik“ und einer Vertretung an der Universität Kiel lehrt und forscht Silja Vöneky an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, unterbrochen von einem einjährigen Forschungsaufenthalt (2015 bis 2016) als Fellow an der Harvard Law School. Einem 2018 erfolgten Ruf an die Universität Graz ist sie nicht gefolgt. Die an der Harvard Law School begonnen Arbeiten zu Fragen der Risiko-Governance auf der Grundlage des Völkerrechts setzt Silja Vöneky heute in den Bereichen der Künstlichen Intelligenz und Biotechnologie in Freiburg fort.

Sie ist zudem Mitglied verschiedener nationaler und internationaler Forschungsverbünde. Seit 2019 ist sie Mitglied des BioRISC Programme (St Catharine's College, Cambridge, UK) und Senior Advisor des CSER Projekts "A Science of Global Risk" (University of Cambridge). Sie war Mitglied der interdisziplinären Arbeitsgruppe „Internationale Gerechtigkeit und institutionelle Verantwortung“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied des Vorstandes des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes „Kompetenznetzwerk für das Recht der zivilen Sicherheit in Europa“ (KORSE) in Freiburg.

Silja Vöneky engagiert sich zudem ehrenamtlich im Bereich des Wissenstransferts und der völkerrechtlichen Rechtsberatung: 2017 wurde sie – auf Vorschlag der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amts – in den traditionsreichen völkerrechtswissenschaftlichen Beirat des Auswärtigen Amts berufen und in die Schiedsrichterliste des Ständigen Schiedsgerichtshofes (Permanent Court of Arbitration, PCA) in Den Haag aufgenommen. Seit 2019 ist sie zudem Schiedsrichterin beim OSZE Vergleichs- und Schiedsgerichtshof.

Bereits seit 2001 war sie wissenschaftliche Rechtsberaterin zahlreicher Bundesministerien, insbesondere des Auswärtigen Amts, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, des Umweltbundesamts und des Alfred-Wegener-Instituts (AWI). Sie war seit 2001 auch Mitglied der deutschen Delegation für die ATCMs (Antarctic Treaty Consultative Meetings) und verhandelte den Antarktishaftungsannex mit (Zustimmungs- und Umsetzungsgesetz zur Implementierung des Haftungsannexes zum Umweltschutzprotokoll des Antarktisvertrages).

Weitere ehrenamtliche wissenschaftliche Rechts- und Ethikberatung leistet sie seit vielen Jahren in verschiedenen Gremien, die sich mit dem Zusammenspiel von Grenzfragen der Wissenschaft und des Rechts im 21. Jahrhundert beschäftigen: Bis 2016 war sie für vier Jahre auf Vorschlag der Bundesregierung in den Deutschen Ethikrat berufen worden und leitete dort die Arbeitsgruppe Biosicherheit (Biosecurity). Heute ist sie Mitglied des Ethikrates der Max-Planck-Gesellschaft, Mitglied der wissenschaftlichen Kommission über Wissenschaftsethik der Leopoldina (Nationale Akademie der Wissenschaften Deutschlands), Mitglied des Kuratoriums der Bundesanstalt für Geowissenschaften (BGR) und Mitglied der Planungsgruppe für das „Human Rights, Science and Technology“ Projekt des Connecticut-Baden-Württemberg Human Rights Research Consortium (HRRC).

 

Forschungsprojekte 2017-2020

Drittmittelprojekte

Rechtliche und rechtsethische Fragen der künstlichen Intelligenz: 2018-2019 FRIAS Forschungsgruppe “Emerging ethical, legal, philosophical and social aspects of the interaction between humans and autonomous intelligent systems” und 2019-2021 FRIAS Saltus! Gruppe Responsible AI, Universität Freiburg und FRIAS Freiburg, zus. mit Prof. Dr. W. Burgard, Dr. Ph. Kellmeyer, Prof. Dr. O. Müller

Senior Advisor: CSER Project 'A Science of Global Risk'; Beginn: 1 Dezember 2019

Interdisziplinäres Forschungsprojekt:  Legal Provisions Relevant for Access and Use of Health-Related Data for Research Purposes (PI Silja Vöneky) / Data Access and Data Use in Medical Institutional and Consumer Health Settings. An Ethical, Legal, and Social Analysis (zus. mit PI PD Dr. Joachim Boldt, Dr. Philipp Kellmeyer, Prof. Dr. Oliver Müller (Freiburg University), Christopher Coenen (Karlsruhe Institute of Technology); Beginn WS 2019/20)

Interdisziplinäres Forschungsprojekt: Potenzielle Risiken synthetischer Gene Drive Systeme und Anforderungen an das Monitoring, zus. mit Prof. Dr. Wolfgang Liebert, Univ. Wien (Sprecher)

Mitglied CIBSS Excellence Cluster: Ethical, legal, and social aspects of CIBSS Research, zus. mit Prof. Dr. W. Weber (Sprecher), et al., Universität Freiburg

Interdisziplinäre Forschungsgruppe: Geopolitical Change and the Antarctic Treaty System, zus. mit M. Haward, Oceans and Cryosphere Centre, Institute for Marine and Antarctic Studies (IMAS), University of Tasmania (Sprecher), et al. (2019-2021, Australian Research Council Grant)

Interdisziplinäres Forschungsprojekt:  Legal Provisions Relevant for Access and Use of Health-Related Data for Research Purposes (PI Silja Vöneky) / Data Access and Data Use in Medical Institutional and Consumer Health Settings. An Ethical, Legal, and Social Analysis (zus. mit PI PD Dr. Joachim Boldt, Dr. Philipp Kellmeyer, Prof. Dr. Oliver Müller (Freiburg University), Christopher Coenen (Karlsruhe Institute of Technology); Beginn WS 2019/20)

 

Forschungsprojekte (Universität Freiburg und Kooperationen)

Aufsatz: Die Stellung von Unternehmen in der Investitionsschiedsgerichtsbarkeit: Unternehmen als völkerrechtlich gleichberechtigte Verfahrensparteien (unter besonderer Berücksichtigung von Korruptionsproblemen), Deutsche Gesellschaft für Internationales Recht (Hrsg.), Wien (erscheint 2019/2020) (Thesenpapier deutsch und englisch)

Aufsatz: S. Vöneky, Biosprospecting - Gerechte Verteilung genetischer Ressourcen, in: Nida-Rümelin/von Daniels/Wloka (Hrsg.), Zwischen internationaler Gerechtigkeit und institutioneller Verantwortung, 2019, 341-355.

Aufsatz: S. Vöneky, International Standard Setting in Biomedicine - Foundations and New Challenges, GYIL 61 (2018), 131-151

Mitarbeit am interdisziplinären BioRISC Programme (St Catharine's College, Cambridge, UK): "Biosecurity: Knowledge Needs, Research, and the UK Strategy"

Buchprojekt: Artificial Intelligence, International Governance and the Future of Humankind (erscheint 2022)

Aufsatz: Normative Challenges of the Interaction between Humans and Intelligent Systems – Bridging the Bottom Up / Top Down Governance Gap (Ordnung der Wissenschaft (OdW) erscheint 2019)

Kommentierung: The ENMOD-Convention, in Research Handbook on International Arms Control Law (E.P.J. Myjer/T. Marauhn (Hrsg.), erscheint 2020)

Aufsatz: Regeln für Ungeregeltes? Governance für Wissenschaft und Forschung im 21. Jahrhundert (Zeitschrift Vereinte Nationen, erscheint 2020)

Aufsatz: Rechtliche und rechtsethische Fragen der Genomeditierung (genome editing/gene drives) (erscheint 2020)

Aufsatz: Biotechnologie und der rechtliche Rahmen der künftigen Weltgesellschaft, in: Deutschland und die Welt 2030 (D. Messner, S. Mair, L. Meyer (Hrsg.), 265-273)

Aufsatz: Biotechnology and the Legal Framework for the Future Global Society, in: Deutschland und die Welt 2030 (D. Messner, S. Mair, L. Meyer (Hrsg.), 265-273, Übersetzung)

Aufsatz: Agricultural research, or a new bioweapon system? Insect-delivered horizontal genetic alteration is concerning, (zus. mit G. Reeves, D. Caetano-Anolles, F. Beck, C. Boete, Science, 05.10.2018, Vol. 362, Issue 6410, 35-37)

Besprechung u.a. in New York Times, Washington Post, AP, The Guardian, The Independent, FAZ, Die ZEIT, NZZ, Süddeutsche Zeitung (Oktober 2018), siehe Presse

Aufsatz: Human Rights and Legitimate Governance of Existential and Global Catastrophic Risks, in: Human Rights, Democracy, and Legitimacy in a World in Disorder (Silja Voeneky/Gerald Neuman (Hrsg.), CUP, 2018, 139-162)

Herausgeberschaft: Human Rights, Democracy, and Legitimacy in a World in Disorder (Silja Voeneky/Gerald Neuman (Hrsg.), CUP, 2018, 308 S.)

Interdisziplinäres Forschungsprojekt (bis 12/2018): Clublösungen im Klimaschutz: Die Implementierung des Paris-Abkommens in interdisziplinärer Perspektive (zus. mit J.P. Schneider (Sprecher)/L. Feld/S. Reinicke, Universität Freiburg)

Mitglied der interdisziplinären Arbeitsgruppe und Co-Autorin: Statement on Genome Editing (zus. mit Mitgliedern des Max-Planck-Ethikrats und Prof. Dr. E. Charpentier, MPI Infektionsbiologie, et al.) (u.a. eine Stellungnahme zu den wissenschaftlichen und translationalen Auswirkungen der Genom Editierung und daraus resultierenden ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Fragen)

Bonner Kommentar zum Grundgesetz: Kommentierung zu Art. 126 GG, Art. 27 GG, Art. 18 GG (abgeschlossen 2018)

Recht der Antarktis und Arktis: Lehrbuch Internationales Umweltrecht (zusammen mit F. Beck, abgeschlossen 2017)

Schutz der Umwelt durch Menschenrechte: Lehrbuch Internationales Umweltrecht (zusammen mit F. Beck, abgeschlossen 2017)

Kommentierung im Seevölkerrecht – UNCLOS Commentary, Art. 136 ff. UNCLOS (zusammen mit A. Höfelmeier und F. Beck, abgeschlossen 2017)

Internationale Konferenzen

Silja Vöneky hat zahlreiche internationale Konferenzen und interdisziplinäre Symposien initiiert und (mit)organisiert, deren Ergebnisse publiziert werden und wurden, wie u.a. „Human Rights, Democracy, and Legitimacy“ (3.-4. Mai 2016, Harvard Law School, USA, erscheint 2018, CUP), Das Missbrauchsrisiko in den BiowissenschaftenBiosicherheitsrelevante Forschung zwischen Freiheit, Fortschritt und Verantwortung“ (3. Juli 2014, Freiburg i.Br.), „The Ethicalization of Law – Fundamental Questions, Dangers and Opportunities from an Interdisciplinary Perspective“ (29.-30. September 2011, Freiburg i.Br.), “Law of the Sea in Dialogue” (4.-5. Dezember 2009, Heidelberg), “Demokratische Legitimation ethischer Entscheidungen” (29.-30. November 2007), „Terrorism as a Challenge for National and International Law“ (24.-25. Januar 2003, Heidelberg) und “Towards an International Ban on Human Cloning” (7.-8. Oktober 2003, Heidelberg).

(Mit-) Herausgeberschaften

Zeitschrift Ordnung der Wissenschaft (Online- und Druckfassung)

Schriftenreihe "Ethik und Recht", Duncker & Humblot (zusammen mit Wilfried Hinsch, Philosophische Fakultät der Universität Köln) (seit 2014)

Schriftenreihe "Recht in Ostasien", Nomos Verlag

Freiburger Informationspapiere zum Völkerrecht und Öffentlichen Recht

Mitgliedschaften (Auswahl)

Silja Vöneky ist zudem Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Vereinigungen wie der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer (VDStrL), der Deutschen Gesellschaft für Internationales Recht / German Society of International Law (DGfIR), der European Society of International Law (ESIL), der American Society of International Law (ASIL), der Deutschen Gesellschaft für Wehrrecht und Humanitäres Völkerrecht (DGWHV), der International Society for Military Law and the Law of War, des Deutschen Juristinnenbundes (DJB), des Deutschen Juristentages (DJT) und sie ist Gründungsmitglied der Cambridge Working Group.